kPNI – klinische Psycho – Neuro – Immunologie

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kPNI – klinische Psycho – Neuro – Immunologie

Was ist die klinische Psycho – Neuro – Immunologie?

Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen, als ich im Frühjahr 2006 einen Artikel in der Zeitschrift „Gehirn und Geist“ gelesen habe. Dieser Artikel hat mich 10 Jahre nicht mehr losgelassen und meine Leidenschaft für einen damals noch recht neuen Wissenschaftszweig geweckt: die Psycho – Neuro – Immunologie.

In dem Artikel ging es um die Auswirkung von Stress auf unser Immunsystem – so hat man festgestellt, dass eine kurze, jedoch starke Stressreaktion, wie z. B. ein „Fast – Verkehrsunfall“, zu einem Ansteigen der Leukozyten (weißen Blutkörperchen, unsere Abwehrzellen) führt, also zu einer immunologischen Abwehrreaktion des Körpers.
Bei chronischem Stress jedoch, z. B. im Berufsalltag, kommt es dagegen zu einem Absinken der Leukozyten, womit eine Infektanfälligkeit besteht.

Damals war ich seit 4 Jahren Heilpraktikerin und mit meinem Vorwissen durch das Biologiestudium war ich fasziniert, denn bei diesen Reaktionen hatte der Körper keinerlei Kontakt mit „Krankheitserregern“, sondern die Stresshormone selbst schienen einen stimulierenden bzw. hemmenden Effekt auf unser Immunsystem zu haben.

Jahrelang habe ich Artikel und auch die wenigen Bücher, die es zu diesem Thema gab, verschlungen, bis ich 2014 entdeckte, dass es mittlerweile eine Ausbildung in klinischer Psycho – Neuro – Immunologie für Therapeuten gibt. Das besondere hierbei ist, dass alle Erkenntnisse, die man im Praxisalltag anwendet, auf evidenzbasierten Studien1 beruhen und somit wissenschaftlich evaluiert sind. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und begann letztes Jahr im Sommer meine Ausbildung als Therapeutin für klinische Psycho – Neuro – Immunologie.

Mittlerweile befinde ich mich im letzten Teil der Ausbildung und es geht mit großen Schritten auf die Abschlussprüfung zu, daher dachte ich mir, es wird langsam Zeit, dieses Wissen nun auch einmal in meinem Blog zu integrieren.

Doch was ist die klinische Psycho – Neuro – Immunologie (im folgenden als kPNI abgekürzt) überhaupt?

Die Psycho – Neuro – Immunologie (PNI) ist eine interdisziplinäre Wissenschaft und untersucht die Wechselwirkungen zwischen dem Gehirn, dem Stoffwechsel und dem Immunsystem. Die wichtigsten Fachgebiete, die dabei verbunden werden, sind Psychologie, Neurologie, Immunologie, Endokrinologie, Evolutionsbiologie und Epigenetik.

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Bild ©kpni.at

So gelingt ein wirklich ganzheitlicher Ansatz, der die Krankengeschichte des Patienten in seiner gesamten Entwicklung betrachtet, sowie in Beziehung zu seinem sozialen Kontext bringt.

Etabliert wurde dieses Forschungsgebiet nach dem der amerikanische Psychologe Robert Ader (1932 – 2011) experimentell nachweisen konnte, dass das Immunsystem mit dem Nervensystem zusammenarbeitet (1975)2. Mittlerweile ist die PNI zu einem der bedeutendsten Gebiete moderner medizinischer Forschung geworden.
Der Immunologe Nicholas Cohen, sowie der Neurowissenschaftler David Felten sind weitere Pioniere in der kPNI.

Eine wichtige Grundlage ist die Erkenntnis wie Botenstoffe des Nervensystems auf das Immunsystem wirken und umgekehrt.

Dadurch werden Erklärungen möglich, warum psychologische und psychotherapeutische Prozesse sich nachweisbar auf körperliche Funktionen auswirken und warum z. B. Stress das Immunsystem negativ beeinflussen kann.

In der Praxis findet sich dieser Ansatz nun in der klinischen Psycho – Neuro – Immunologie (kPNI) wieder.
Dabei ist wichtig, dass jeder Patient einen eigenen ganz individuellen Ansatz benötigt – eine Behandlung nach dem
Schema F kommt daher nicht in Frage.
Vielen Erkrankungen liegen häufig komplexe Wechselwirkungen psychologischer, neurologischer und immunologischer Art zu Grunde – wenn nur auf einen dieser Faktoren geachtet wird, ist es unmöglich, eine befriedigende Gesundheitslösung für das gesamte Problem zu finden.

Die wichtigsten Instrumente der kPNI:

  • Deep Learning – die Kraft zur Veränderung
  • Nahrung als Medizin
  • Resoleomics – Spezifische Behandlung mit natürlichen Substanzen und Nährstoffen
  • Unterstützung durch Bewegung
  • Chronotherapie
  • Epigenetik

In meinen zukünftigen Blogbeiträgen möchte ich nun auf jedes dieser Instrumente eingehen; sie euch erklären und zeigen, wie wir wieder eine artgerechtes Leben als Mensch führen können, für das unsere Biologie uns eigentlich entwickelt hat.

 

1
Evidenzbasierte Medizin (EbM, von englisch evidence-based medicine (EBM) „auf empirische Belege gestützte Heilkunde“) ist eine jüngere Entwicklungsrichtung in der Medizin, die ausdrücklich die Forderung erhebt, dass bei einer medizinischen Behandlung patientenorientierte Entscheidungen nach Möglichkeit auf der Grundlage von empirisch nachgewiesener Wirksamkeit getroffen werden sollen. Die wissenschaftliche Aussagefähigkeit klinischer Studien wird durch Evidenzlevel beschrieben. Die Evidenzbasierten Medizin soll eine „patientenzentrierte Wissenschaftlichkeit“ fundieren.

2
Behaviorally Conditioned Immunosuppression

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Oktober 3rd, 2016|

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